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Einleitung

Was ist Leben?


Notizen

(• !!! Nach dem Abstract auf der Startseite überarbeiten.)
(• Physik: Die FrQFT stellt in ihrer Überlegung Was ist Physik? fest, dass jedes Ding, jede Existenz, einen einzigen zentralen Regelprozess haben muss, der seine Stabilität und Entwicklung organisiert.)
(— Dies alles auch im Vorwort berücksichtigen und die Notiz sonst dahin verschieben.)
(— Dies führt schnell zu der Frage, ob wir wichtige Regelprozesse übersehen haben. Und das haben wir sicher im Hinblick auf das Leben.)
(— Der zentrale Regelprozess jedes Lebewesens ist der Achtsamkeitsprozess.)
(— Den Achtsamkeitsprozess als zentralen Prozess unserer Stabilität und Entwicklung, also unseres Überlebens durch erlernte Handlung, einbeziehen: Lebenslang leben lernen, sich selber kennenlernen und erforschen.)
(— Dazu gibt es noch den Regelprozess, der die Mitglieder einer Art zur Fortpflanzung und anderen Interaktionen zusammenbringt. Selbst bei Bakterien gibt es so etwas wie Geburtshilfe.)
(— Das Leben auf der Erde kann in diesem Sinne als Organismus, als Regelprozess, der Lebewesen verstanden werden. Hier gibt es keine Selektion zwischen Planeten, sondern einen Findungsprozess, welche Arten so zusammen passen, dass alle gemeinsam auf der Erde existieren können. Das sollte uns nachdenklich machen, was wir tun können, um sicher zu sein, dass der Mensch dazu gehört.)
(• Wenn wir einen zentralen Regelprozess für jede Existenz haben, was sind dann die untergeordneten Regelprozesse, die die Bestandteile des zentralen Regelprozesses sind?)
(— Diese scheinen mir eigene Existenzen zu sein, die nur im Zusammenspiel stabil sind. Das ist ein faszinierender Schluss, der weiter erforscht werden sollte.)
(•? Titel ändern zu »Balance zwischen Stabilität und Fortentwicklung«, also zwischen Harmonie und Disharmonie, zwischen Neheh und Djet)
(• Einflechten, das Leben und die Gesellschaft auf Regelsystemen beruhen und dies tiefgreifende Konsequenzen hat.)
(• Bei guter Stimmung geht es nicht nur um Entspannung, sondern um Umspannung. Das ist auch sehr klar an den Stimmungsspannungen zu sehen.)

Motivation

Wenn ich mit Freunden und Bekannten über Yoga spreche, wird mir von meinem Gegenüber oft folgende Bemerkung entgegen gebracht: Yoga(Link, Verweis) ist doch vor Allem etwas für die Entspannung, oder!? Anfangs habe ich diese Aussage spontan voll bejaht, dabei aber bald das Gefühl bekommen, dass dies so nicht ganz stimmen kann. Jedenfalls stimmt es dann nicht, wenn man Entspannung als reine Entspannung oder gar als Chillen versteht. Denn die Körperstellungen im Yoga, die Yoga-Asanas, können zumindest anfangs sehr anstrengend sein. Auch wenn das Ziel ist, dass sie einem im Laufe der Zeit immer leichter fallen, sind viele Stellungen ohne erhebliche Körperspannung nicht ausführbar.

Ganz sicher bringt Yoga für viele der Praktizierenden Erleichterung und baut unangenehme Spannungen in der Körpermuskulatur und auch in der Psyche ab. Es kann sich aber nicht um reine Entspannung handeln. Die erleichterte Ausführung der Stellungen ergibt sich dadurch, dass durch Übung die Körperspannung an den nötigen Stellen im Körper besser aufgebaut wird, da man die entsprechende Muskulatur kräftigt und aktiviert, während der restliche Körper entspannt und flexibel bleibt. Meine Erfahrung ist, dass die Muskelspannung beim Yoga umgebaut wird. Auch wird der Wechsel zwischen unterschiedlichen Muskelspannungen flexibler. So wie ich Yoga kennengelernt habe und praktiziere, hatte es zur Folge, dass Muskelverspannungen an bestimmten Stellen abgebaut wurden und dafür Spannungen an anderen Stellen zunahmen, wo diese nach meinem heutigen Eindruck natürlicher Weise eher hingehören: Zum Beispiel der Abbau von Verspannungen im unteren Rücken, in der Brust-, in der Nacken- und Hals- sowie in der Kiefermuskulatur und der Aufbau von Muskelspannung in der inneren Bauch-, der Schulterblatt-, der Nasen-, der Gaumen- und der Ohrmuskulatur.(Link, Verweis zur Muskulatur) Auch Verkrampfungen, also übermäßige und unflexible Spannungen, wurden gelöst. Bei der Veränderung von Muskelspannungen macht es mir den Eindruck, als wenn ein Prozess abläuft, bei dem die Spannungen dazu neigen im Körper zu wandern. Es scheint mir nicht, als wenn sie insgesamt ganz erheblich mehr oder weniger werden. Gleichzeitig bemerkte ich, was allgemein bekannt ist und vielfach schon beschrieben wurde, dass auch die psychischen Spannungen sich sehr positiv verändert haben. Ich vermute, dass die körperliche und psychische Erleichterung, die das Yoga mit sich bringt, vor allem mit einer angenehmen und natürlichen Balance der Spannungsverhältnisse im Körper und in der Psyche zu tun hat. Balance in dem Sinne, welche Muskeln angespannt und welche entspannt als auch flexibel sind, sowie inwieweit man Blockaden im Denken und Fühlen hat oder das Denken und Fühlen frei und locker ist. Diese Erkenntnisse, eben auch im Zusammenhang mit der Wirkung von Yoga, autogenem Training und progressiver Muskelentspannung auf die Psyche, regten meine Inspiration an.

Die Feststellungen legen für mich nahe, dass das körperliche und psychische Wohlbefinden miteinander über die ihnen entsprechende körperliche und psychische Spannung in Verbindung stehen. Daher kam mir die Idee, dass diese Verbindung einer gemeinsamen Grundlage des Körpers und der Psyche, oder noch allgemeiner gesprochen der Seele, entspringen sollte. Wobei noch geklärt werden soll, was in diesem Sinne unter Seele zu verstehen ist.

Zur gleichen Zeit, wie an den vorstehenden Überlegungen, arbeitete ich schon länger an einem Vorschlag zur Vereinheitlichung der Physik, an der fraktalen Quanten-Fluss-Theorie. Dort beschäftigte ich mich gerade mit einem neuen Ansatz der Theorie. Ich hatte die Intuition, dass beides miteinander zu tun haben muss. Denn die physische Existenz von Menschen — ihr Leben — und die Existenz von Elementarteilchen sollten miteinander verbunden sein. Mir wurde klar, wie innere Spannung und deren Bruch durch eine Asymmetrie etwas mit dem Zusammenhalt von Dingen zu tun hat. Mit in unserer Welt existierenden Dingen, also mit deren Stabilität, wenn sie aus Bestandteil(ch)en gebildet sind. In der Physik mündeten meine Ideen in einem Prinzip, wie die Existenz der Teilchen zustande kommt. Das, was physikalisch aus diesem Prinzip folgt, hat einiges mit den Überlegungen zum hier erzählten ›Spannungsspiel des Lebens‹ gemein, wie noch deutlich wird.

Feststellung

Um die Bedeutung von Spannungen für das Leben zu erfassen, hilft es sich die Extreme der Körperspannung vorzustellen. Was würde mit mir passieren, wenn ich völlig ohne Körperspannung wäre? Ich würde zusammenbrechen und im wahrsten Sinne am Boden liegen. Noch extremer: Nicht einmal mein Atem würde noch gehen, denn die Atemmuskulatur würde völlig entspannen. Und auch mein Herz würde wegen fehlender Herzmuskelspannung nicht mehr schlagen. Ich würde im wahrsten Sinne des Wortes zerfließen, wenn keinerlei Spannung mich zusammenhielte. Es wäre schlicht mein Tod. Das andere Extrem wäre totale Körper(ver)spannung: Ich wäre erstarrt und könnte mich nicht mehr bewegen. Extremer noch: Mein Atem würde stocken und zum Stillstand kommen. Genauso auch mein Herz. Es wäre im wahrsten Sinne des Wortes versteinert und völlig unflexibel. Auch dies wäre schlicht mein Tod. Man begreift auf diese Weise, dass Leben eine flexible Balance zwischen den beiden Extremen, Zerfließen und Erstarren, bedeutet. Und das ist genau das, was wir alltäglich erleben, wenn wir Leben beobachten.

Eine andere Erfahrung, die wir jeden Tag machen, ist folgende: Leben bedeutet unaufhaltsame und beständige innere Veränderung, wie beispielsweise unsere Alterung, die sich nicht aufhalten lässt. Leben heißt also beständige innere Bewegung. Denn Zerstörung, durch zerfließen oder gar auseinanderfliegen, und Erstarrung sind mit dem Leben nicht vereinbar. Innere Bewegung ist die Mutter von Raum und Zeit und damit von Entwicklung: Denn Bewegung greift Raum und bringt die flexible Veränderungsmöglichkeit der Zeit. Diese Bewegung ist ein unaufhaltsamer Fluss, eine Entwicklung, im inneren der Dinge; in uns allen und in allem. Es muss aber Bewegung unter zusammenhaltender und flexibler innerer Spannung sein. Denn sonst zerstört die ungebändigte Bewegung der inneren Strukturen der Dinge diese sofort. Bewegung unter zusammenhaltender Spannung gibt den Dingen die stabile Dimension und die strukturellen Beziehungen im Raum. Und der Entwicklungsprozess der Strukturen der Dinge ist ein Maß für die Zeit; für die Alterung der Dinge. Soweit sollte es recht einsichtig und evident sein.

Hypothese der Brüche und Antriebe

Die Feststellung, dass das Leben nur in der eben beschriebenen Spannungsbalance stattfinden kann, macht „nur“ eine einzige Voraussetzung für das Leben deutlich. Beispielsweise in Bezug auf ein Herz könnte es sich aber bis hierher auch um ein lebloses Herz handeln, das eben gerade aufgehört hat zu Schlagen, also nur noch die Gewebespannung besitzt und so nicht zerfließt oder erstarrt ist. Erst mit dem elektrischen Impuls der Erregungsleitung am Herzen fängt es zu schlagen an. Zusätzlich zur Gewebespannung gibt es weitere Arten von Spannung, die den Grundmuskeltonus erzeugen und das impulsgebende Regelsystem ausmachen. Damit ist nicht nur die elektrische Spannung in den Nerven gemeint, sondern das komplette Regelsystem inklusive der elektrischen Spannung. Dieses Regelsystem enthält auch, dass es läuft, also den Antriebsimpuls.

Um die Rolle der Spannungen und den sich daraus ergebenden Antrieben für das Leben besser zu verstehen, hilft es, sich extremste Harmonie vorzustellen: Bin ich absolut ausgeglichen und in völliger innerer Harmonie, so verliere ich alle Bedürfnisse. Ich kenne weder Hunger noch Durst, weil ich absolut in mir zufrieden bin. Nicht einmal das Bedürfnis Luft zu holen werde ich haben, ganz zu schweigen vom Bedürfnis nach Nähe zu anderen Menschen oder nach Sex. Absolute Harmonie ist also auf Dauer auch der Tod. Doch ich habe Hunger und Durst. Ich habe Luftnot, wenn ich nicht atme. Und die meisten empfinden auch die Sehnsucht nach Nähe oder gar nach Sexualität.

Die Hypothese besteht nun darin, dass es ganz allgemein, zusätzlich zu den Grundspannungen, weitere Arten von Spannungen für die Antriebe des Lebens gibt. Diese neuen Spannungen sollen über die oben beschriebene Möglichkeit hinaus, dass das Leben körperlich existiert und der Herzmuskel schlagen kann, dafür verantwortlich sein, dass der Herzmuskel dann auch schlägt, also dass der Körper lebt. Sie sollen für die Luftnot verantwortlich sein, so dass das Bedürfnis nach Sauerstoff und damit der Antrieb der Atmung entsteht. Es sollen dadurch Antriebskräfte entstehen, denen der Mensch, und alles Leben, nicht ohne weiteres widerstehen kann; existenzielle Kräfte, die das Überleben sichern. Die Ursache dieser Kräfte wird einem wichtigen Prinzip zur Entstehung von Wechselwirkungen aus der Quantenphysik entnommen. In der Quantenphysik sorgen die Brüche von bestimmten Symmetrien für Wechselwirkungen. In der von mir entwickelten Quanten-Fluss-Theorie wird die Struktur dieser Symmetriebrüche prinzipiell anschaulich, und es werden alle heute bekannten Wechselwirkungen der Physik auf diese Weise zumindest qualitativ hergeleitet. Nach dieser Theorie erzeugt eine entstehende Asymmetrie von vorhandenen Spannungsstrukturen neue Kräfte. Der Symmetriebruch bedeutet danach nicht die Zerstörung der ursprünglichen Spannung, sondern, dass die Spannung aus ihrer symmetrischen Balance gerät. Auf das Leben übertragen ist dieser Bruch der Symmetrie als Bruch der Balance oder der Harmonie zu verstehen. Solche Imbalancen oder Disharmonien erzeugen neuartige Spannungen und damit Antriebe, die jeder für sich für den Ausgleich in neuen Balancen und damit für die Befriedigung von Bedürfnissen, wie dem des Luftholens, sorgen. Die so entstehenden Spannungen für die Antriebe des Lebens sind mit großer Wahrscheinlichkeit auf der Ebene der Molekularbiologie angesiedelt.

Legt man die Ausgangshypothese zu grunde, so ist unsere innere Harmonie, unsere Balance, also in mancherlei Hinsicht gebrochen; sie muss sogar gebrochen sein, um auf Dauer zu leben. Aus diesen Brüchen entstehen demnach Spannungen, die uns antreiben zu atmen, zu essen, zu trinken und zu lieben. Ein Bruch unserer Harmonie, unserer inneren Balance, führt uns zu einer Suche nach Menschen mit denen zusammen wir uns ausgeglichener fühlen. Brüche sind also unsere Antriebe im Leben. Sie führen dazu, dass Kräfte in uns frei werden, dass wir uns aufmachen, dass wir suchen und keine Letargie verspüren oder sie überwinden; dass viele von uns großes Glück darin sehen Kinder zu machen, zu behalten und ihre Versorgung auf sich zu nehmen.

Baut man diese Erkenntnisse aufeinander auf, ergibt sich ein interessantes Bild: Der Mensch lebt, was bedeutet, er wurde aus Spannungen geschöpft, die zwischen Zerfall und Erstarrung balancieren. Sind diese Spannungen zu sehr in Harmonie, so hat er keine Bedürfnisse, und im Extremfall stirbt er. Er kann nur Leben, wenn diese Spannungen auch wieder gebrochen sind und zwar so, dass neue Spannungen entstehen, die Antriebe zum Atmen, zum Essen und all den anderen Notwendigkeiten des Lebens hervorbringen. So ergibt sich ein Wechselspiel von immer neuen Spannungen und deren abermaligen Brüchen, bis zu dem Punkt, an dem wir von einem lebensfähigen Menschen sprechen, der letztendlich auch zur Fortpflanzung angetrieben ist. Dieses Wechselspiel ist die Ursache aller Kräfte, die uns umgeben, die uns ausmachen und antreiben. Es wird aber auch klar: Je mehr Brüche der Mensch hat, desto mehr Bedürfnisse entstehen, die sein Leben auch erschweren können. Sie können ihn krank und schließlich sogar lebensunfähig machen.

(Harmonie und Disharmonie stehen hier für Gefühle, die uns mitteilen, welches Wohlgefühl wir im Leben jetzt gerade und welches Wohlbefinden wir im Allgemeinen haben. Unser Wohlgefühl und Wohlbefinden entspringen dem Zustand von Regelprozessen in uns: Schlägt das Herz gesund oder haben wir Herzprobleme? Haben wir genug Sauerstoff im Blut oder müssen wir einatmen? Sind wir satt oder haben wir hunger oder Durst? Und vieles andere mehr … Die Antriebe, die entstehen, sind mit Handlungen verknüpft, also damit, ob alles gut ist oder ob wir uns kümmern müssen. All diese Emotionen münden in einen übergreifenden Regelprozess, der unsere Gefühle mit unseren Handlungen verbindet. Ich nenne ihn den Achtsamkeitsprozess. Aus seiner funktionalen Sicht betrachtet sind unsere Gefühle unsere Sensorik, die uns über unseren Zustand informiert. Diese Sensorik reicht über unseren eigenen Körper und unsere Gegenwart hinaus in unsere Umwelt, in die Vergangenheit und in die Zukunft hinein. Das erkennen wir daran, dass unsere wahrgenommene Umwelt, unsere erinnerte Vergangenheit und unsere erwartete Zukunft uns gute oder schlechte Gefühle machen können. Unsere Gefühle sind auf diese Weise eine Aufforderung zur Nichthandlung oder zur Handlung, um gegebenenfalls unsere Situation und damit unsere Gefühle zu verändern. Die Veränderungen und selbst die Nichtveränderungen durch unsere Handlungen erzeugen wieder Gefühle, die abermals Handlungen hervorrufen. So ergibt sich ein Kreislauf aus Gefühlen und Handlungen, der durch das Erinnern, in welchen Umständen welche Gefühle durch welche Handlungen ausgelöst werden zum gut Lebenlernen und zum guten Leben führt. Damit sorgt der Achtsamkeitsprozess für unser möglichst gutes Leben und sichert auch unser Überleben.)

Betrachtet man die körperlichen und seelischen Zustände im Leben, so fällt auf, dass sich die Veränderung bestimmter Zustände eher in Stufen vollziehen. Diese körperlichen und seelischen Zustände neigen dazu sich über gewisse Zeiträume zu stabilisieren. Meine Muskelverspannungen sind nicht jetzt ganz angespannt, im nächsten Moment entspannt und dann gleich wieder irgendetwas dazwischen; genauso auch nicht meine generelle seelische Stimmung. Diese Zustände vollziehen hin und wieder Modusveränderungen. Diese Modusveränderungen erscheinen eher sprunghafter Natur und weniger sich ganz langsam und gleichmäßig verändernd. Ich wage das zu behaupten, auch wenn ich weiß, dass es natürlich Übergänge von einem Modus in den anderen gibt. Doch ich bin nicht jetzt traurig und gleite gleich wieder stufenlos ins ungetrübt fröhliche hinüber. Solche Sprünge sind in der Quantenphysik als Quantensprünge oder Phasenübergänge bekannt und spielen nach meinem Eindruck auch im Leben eine bedeutende Rolle.

Hypothese des Achtsamkeitsprozesses

Notizen

(• Die Antriebe stellen sich in unserem Leben als Emotionen dar, die einen dazu bewegen, etwas zu tun, zu handeln. Dies ist eine der Grundlagen des Achtsamkeitsprozesses.)

XXX XXX

Soweit meine Hypothesen.

Schlussfolgerungen

Notizen

(• Das hat etwas mit Kintsugi oder Kintsukuroi zu tun: Eine japanische Reparaturtechnik, die durch das Einstreuen von Gold in den Kitt die Brüche der reparierten Keramik, den Makel, stolz hervorhebt. (Vgl. Mackenzi Lee, Cavaliersreise, Königskinder Verlag in der Carlsen Verlag GmbH, Hamburg, 2017. S. 181.))

Über die Schlussfolgerungen aus der Hypothese werde ich nachfolgend meine Gedanken recht frei fließen lassen. Man erkennt an den entwickelten Prinzipien des Lebens, dass Brüche im Leben nicht nur eine Bürde und nicht nur negativ sind. Denn sie stellen genauso auch eine Grundlage des Lebens dar, ohne die wir weder existieren würden, noch Antrieb hätten. Das Bild vom Leben erfährt so einen interessanten Kontrast. Es bedeutet nicht, dass man sich über alle Brüche im Leben freuen soll, denn manchmal sind es körperliche und psychische Traumata, die sehr schmerzhaft, schwer auszuhalten und eventuell auch nicht zu überleben sind. Andererseits ist es aber durchaus möglich, diese Brüche in Antriebe zu kanalisieren, die das Leben bereichern. Denn wer nichts erlebt, der hat auch nichts zu erzählen und tut sich schwer eigene Überzeugungen aufzubauen. Wer etwas erlebt, sucht sich Freunde oder Partner, die ihn verstehen, erzählt Kindern seine Erlebnisse, macht Musik darüber oder er schreibt ein Buch, wie Andrew Smith.

» Dieses Buch wäre nicht geschrieben worden ohne die Hilfe von: Schlaflosigkeit, Selbstzweifeln, Depressionen und Ängsten. Danke schön, ihr Dämonen! Ihr seid wirklich toll! Ich weiß nicht, was ich ohne euch tun würde! «

Shane Koyczan bringt es etwas allgemeiner auf den Punkt:

» If your heart is broken, make art with the pieces. «

Manche machen Filme oder setzen ihre Erfahrungen in ihren Berufen ein. Sie suchen selber danach, ihre innere Unausgeglichenheit wieder einigermaßen ins Lot zu bekommen, oder leiten Selbsthilfegruppen, um dies anderen zu ermöglichen.

Anhand von detailierten Betrachtungen und Beschreibungen möchte ich im weiteren Verlauf unterschiedliche Lebensbereiche aus dem Blickwinkel dieser Hypothese vom Leben beleuchten. Dabei handelt es sich um Anregungen zum Mitdenken, wie die Beobachtungen in die neue Philosophie passen könnten, und nicht um absolute Wahrheiten.

Eine Besonderheit dieses Ansatzes zum Verständnis des Lebens besteht darin, dass der Körper und die Seele des Menschen als zwei Seiten der selben Medaille betrachtet werden, die von einander abhängen. Das Prinzip, nach dem Körper und Seele oder Psyche funktionieren, wird in Bezug auf deren Spannung und deren Brüche auf die selbe Grundlage gestellt.

Erkenntnis und Wissenschaft

Dieser Ansatz ist auch ein neuer Ansatz der Biologie, den ich Spannungsbiologie nenne. In ihm wird das Augenmerk auf die sich aus dem ›Spannungsspiel des Lebens‹ ergebenden Regelmechanismen gerichtet. Es wird klar, dass es sich bei der Biochemie der Lebewesen um Regelsysteme mit Gegenspielern handeln muss, die eine biochemische Prozessspannung erzeugen. Diese Prozessspannung sollte im Allgemeinen eine die Struktur stabilisierende und die Entwicklung der Lebewesen und der Evolution nicht blockierende Wirkung haben.

Aus wissenschaftstheoretischer Perspektive eröffnet sich so interessanter Weise auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Basis von unterschiedlichen Gebieten wie der Physiologie, der Psychologie, der Biologie, der Biochemie, der Biomechanik und der Physik.

Wissen, Orientierung und selbstbestimmtes Leben

Der praktische Nutzen der neuen Perspektive ergibt sich daraus, dass einem ein Wirkungsprinzip und damit ein Analysewerkzeug an die Hand gegeben wird. Das Wirkungsprinzip erlaubt es einem viele der die physische und die seelische oder psychische Existenz des Menschen betreffende Phänomene in ein ganzheitliches Bild des Lebens einzuordnen. So kann man sich und seine Umwelt besser verstehen und sinnvoller, weil realitätsnaher, individuell bewerten. Aus der Einordnung und der individuellen Bewertung lassen sich Handlungsmöglichkeiten ableiten, die helfen können, eine Verbesserung der eigenen Lebenssituation herbeizuführen. Falls dies denn erwünscht sein sollte.

Durch das Wissen oder die Ahnung um die hier beschriebnen Zusammenhänge ergibt sich eine Chance auf ein selbstbestimmteres Leben. Sind einem die Wirkmechanismen verborgen, tapt man leicht im Dunkeln herum, so wie es mir erging; teilweise desorientiert, was man tun kann, um die eigene und die Lebenssituation anderer zu verbessern. (Siehe auch Kapitel Stärke und Resilienz.)

Gesellschaft und persönliches Statement

Notizen

(• Die wichtige Bedeutung der Gesellschaft fürs Individuum darstellen und die sich daraus ergebende Unfreiheit.)
(• Die Gesellschaft funktioniert ähnlich, wie unsere Seele, siehe ›der Wagenlenker‹. (Sokrates(?) Siehe Vortrag und Buch von Albert Kitzler (Maß und Mitte), »Denken heilt!« in der modern life school vom 17.02.2017 (siehe meine Notizen).))

Im Umkehrschluss bietet dieses Wissen auch einen besseren Schutz vor Fremdbestimmtheit. Denn die Wirkmechanismen werden wissentlich oder unwissentlich und auch unbewusst instrumentalisiert, um bestimmte Ziele zu verfolgen. Das gilt in der Familie, der Gesellschaft und ihren Untergruppen, der Politik, der Wirtschaft und auch in der Wissenschaft. Die Instrumentalisierung lässt sich nicht ganz verhindern. Das wäre eine Illusion und das ist auch nicht notwendig oder unbedingt wünschenswert. Doch der Umgang der Betroffenen mit ihrer Situation und mit der Situation der Initiatoren oder „Täter“ ist entscheidend. Und wir sollten uns völlig darüber klar sein, dass wir in diesem Sinne alle „Täter“ sind. Denn wo gelebt wird fallen „Späne“, das ist unvermeidlich. Reines Gutmenschentum ist eine Illusion, die als gut verborgene Lüge am Ende das Vertrauen untergräbt und unser Leben vergiftet.

Ich plädiere daher für eine gewisse Güte im Umgang mit sich selbst und mit anderen, ohne zu akzeptieren, wenn „unmenschliches“ getan wird. Und am Ende möchte ich mir nicht eingestehen müssen, dass ich nicht gelebt habe, weil ich kein Risiko eingehen wollte, jemandem etwas zu leide zu tun. Also Mut zum Leben und zum Risiko. Ich glaube die Kunst des Lebens besteht eher darin, mit Verletzungen gut umzugehen, als um jeden Preis zu vermeiden verletzt zu werden oder zu verletzen.

→   Der Achtsamkeitsprozess


Fußnoten

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1. Sekundärliteratur:
Vgl. Luczak, »Die Wissenschaft vom Yoga«.
2. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Quantenphysik.
3. (Primärliteratur einfügen!)
Sekundärliteratur:
Vgl. Spillner, »Symmetriebrüche in der Natur«.
Internet:
Vgl. Wikipedia, Spontane Symmetriebrechung.
Vgl. Wikipedia, Symmetriebrechung.
4. Smith, Auf Umwegen, Dank, S. 331.
5. Koyczan, Blueprint for a Breakthrough, Minute 11:43.
6. Beispiele sind:
Die weltbekannte Schwimmerin Diana Nyad wurde von ihrem Jungendschwimmtrainer bisbraucht. Sie sagt, dass sie dieser Umstand aus innerer Wut zu Höchstleistungen antriebt. (Vgl. Int. OCEAN FILM TOUR Volume 3. THE OTHER SHORE — Die Diana Nyad Story. URL: https://www.oceanfilmtour.com/programm/the-other-shore/.)
7. Internet:
Vgl. Wikipedia, Biologie.
8. Internet:
Vgl. Wikipedia, Biochemie.
9. Internet:
Vgl. Wikipedia, Biomechanik.
10. Vgl. Koyczan, Blueprint for a Breakthrough.
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Stand 06. Januar 2019, 12:00 CET.