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Hatha Yoga – Ha und Tha, Ra und Horus, Sonne und Mond

Unsere Balance der Körperhälften, unser Schicksal


Der Zusammenhang zwischen Yoga, Tantra, altägyptischer und hinduistischer Mythologie, unserem Achtsamkeitsprozess und der Gesichtsspiegelung


Notizen

Wachen und Schlafen – Sympathikus und Parasympathikus
• Die Pole des Achtsamkeitsprozesses stehen für aktiv sein (Ha) und zur Ruhe kommen (Tha), für den Sympathikus (Ha) und den Parasympathikus (Tha).
– Der Gefühlspol steht auch für den Schlaf.
– Der Handlungspol steht auch für wach und aktiv sein.
• Dies ist im Pranayama daran zu erkennen:
– … dass das Einatmen durch das linke Nasenloch (Tha, Gefühlsseite, weiblich), diese aktiviert, und das Ausatmen durch das rechte Nasenloch (Ha, Handlungsseite, männlich) diese beruhigt, insgesamt zu einem Zur-Ruhe-Kommen führt. Der Parasympathikus wird stimuliert.
– Wird andersherum durch das rechte Nasenloch ein und durch das linke ausgeatmet, dann werden wir wacher. Der Sympathikus wird stimuliert.
• Im Extremfall schlafen wir oder sind hoch aktiv. Wachen und aktiv sein und schlafen entspringen also der Mond-Seite (Tha) und der Sonnenseite (Ha) unseres Körpers, unserem Achtsamkeitsprozess.
– Das Hexagram steht also nicht nur für männlich und weiblich. Es steht für aktiv und aufgerichtet sein, sowie für ruhig sein und liegen, für ruhen.
• Wenn wir verliebt sind, sind wir schlafwandlerisch.
• Auch auf der Seite Die Psychosomatik und im Abschnitt Beobachtbare Hinweise berücksichtigen.
Detailliert erweiterte Sicht
• Der Achtsamkeitsprozess spiegelt sich in Polen und Verläufen – Gradienten – in unserem Körper wider, siehe Notizen Die Psychosomatik.
• Die hier dargestellte Polarisation unserer Körperhälften in Bezug auf die Frage, was unser Leben ist oder ausmacht, ist in meinen Augen nur ein Teil der Fascetten, in denen sich unser Leben in unserem Körper widerspiegelt. Im Sinne des Kundalini-Prozesses zeigt sich ein Verlauf der Persönlichkeitsentwicklung, ein Gradient. Seine Basis liegt in unserem Anus/Beckenboden, und verläuft bis in unser Drittes Auge und ins Kronen-Chakra.
Betrachten wir diesen Gradienten etwas detailierter, so setzt er sich in meinen Augen eigentlich aus zwei Gradienten zusammen, in denen sich tatsächlich die Pole unserer Körperhälften widerspiegeln:
Von unten nach oben – Beckenboden bis ins Kronen-Chakra oder sogar beginnend von den Füßen, auch in die Hände gehend – verläuft unser Handlungsgradient. Von hinten nach vorne verläuft unser emotionaler Gradient, vom Rücken bis zur Vorderseite unseres Rumpfes. Gleiches auch in den Gliedmaßen.
Demnach haben wir zwei Basen in unserem Körper, den Beckenboden und den Rücken. Beide vereinigen sich im Anus/Beckenboden. Dieser Umstand lässt sich durch folgende Bilder verdeutlichen:
Unser Handlungsgradient beginnt im Beckenboden, erweitert sich in die Füße, und richtet unseren Körper stolz auf, so das wir gut handeln können.
Unser Emotionsgradient ist unsere Basis, wenn wir auf dem Rücken liegen. Er beginnt am Rücken, erweiterter gesehen auch an den Rückseiten unserer Gliedmaßen, und steigert sich zu unserer Körpervorderseite hin. Dort sitzen all die sehr wahrnehmungssensiblen und emotionalen Bereiche unseres Körpers, wie das Gesicht, die Kehle, die Brustwarzen, der Solarplexus, der Bauch und Vagina/Penis.
Gemeinsam ergeben der Handlungs- und der Emotionsgradient den Persönlichkeitsentwicklungs-, Lern- und Wachstumsgradienten des Kundalini- oder Achtsamkeitsprozesses, der im Dritten Auge, dem dialonalen Maximum beider Gradienten, endet. Interessant dann auch ist die Frage, wo die jeweiligen Maxima der einzelnen Gradienten im Körper liegen. Ich würde mutmaßen, das Handlungsmaximum liegt in unserem Gehirn. Das Emotionsmaximum dürfte in unseren Keimdrüsen in den Genitalien liegen.
Persönliche Erfahrung
• Wenn ich beim Sex bezüglich des Sehens auf mein emotionales, linkes Auge umschalte – ich kann das bevorzugte Auge umschalten, es kann aber auch das Handlungsauge geschlossen werden –, dann werden meine Gefühle deutlich intensiver.
Weitere Mythen
• Das Hexagramm oder der Davidstern symbolisiert die Schlangen des Hermesstabs – eine Zweipoligkeit –, männlich und weiblich sowie oben und unten und so weiter.
– Das Hexagramm steht auch für die Alchemie des Hermitismus, für die Elemente.
– Ich meine im Hexagramm auch das hermitische ›solve et coagula‹ widerzuerkennen. Solve für das nach oben zeigende und coagula für das nach unten zeigende Dreieck, entsprechen der tiefen Atmung und ihrer Funktion im Kundalini-Prozess.

Auge des Ra
Abbildung 1 New window: Hieroglyphe des Sonnengottes Ra (auch Re genannt). Männliches Prinzip, Djet-Zeit. Lizenz: Eye of Horus
Auge des Horus
Abbildung 2 New window: Hieroglyphe des Himmelsgotts, später Königsgotts, Welten- oder Lichtgotts, Horus. Weibliches Prinzip, Neheh-Zeit. Lizenz: Eye of Horus

Der nachfolgend hergestellte Zusammenhang soll nicht die historische Deutung der altägyptischen Mythologie in Frage stellen. Es geht mir vielmehr darum, auf erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen der altägyptischen Mythologie und den philosophischen Grundlagen des Yoga sowie der naturphilosophie des ›Spannungsspiels des Lebens‹ als auch der fraktalen Quanten-Fluss-Theorie aufmerksam zu machen.

In meinen Augen handelt es sich eben nicht um eine rein zufällige Ähnlichkeit. Deshalb erlaube ich mir, die altägyptische Mythologie mit den tantrischen Weisheiten des Hatha Yoga sowie den modernen Erkenntnissen der Anatomie und der Gehirnfunktion zusammen zu bringen.

Sonne und Mond im Hatha Yoga

In der Bezeichnung Hatha Yoga stecken die Worte Ha und Tha. Im Sanskrit bedeutet das Worte Ha Sonne und steht auch für das männliche Prinzip. Das Wort Tha bedeutet Mond und steht auch für das weibliche Prinzip.

»Hatha Yoga ist also wie Yang und Yin. Ha entspricht Yang, Sonne, [eher] aktiv und Tha entspricht Yin Mond also eher passiv, nach innen gehend.«

Tantra im Yoga

Die Bezeichnung Hatha ist über das Tantra ins Yoga gekommen. In der tantrischen Deutung dieser Bezeichnung geht es um den »Ausgleich von Sonne und Mond«. Hiernach ist unsere rechte Körperhälfte der Sonne und unsere linke dem Mond zugeordnet.

Im Yoga, wie im Tantra, geht es demnach auch darum, beide Körperhälften in eine Balance zu bringen.

Anmerkung:

Für mich ist es natürlich auch sehr spannend, diese ganz feste Zuordnung zu hinterfragen. Mir ist bisher allerdings unbekannt, ob diese im Tantra in besonderen Fällen auch anders(herum) sein kann.

Sonne und Mond in der altägyptischen Mythologie
Ra und Horus

Interessanterweise findet sich genau diese Zuordnung in der altägyptischen Mythologie in Form der Götter Ra (auch Re genannt) und Horus wieder. In der und der sind die Hieroglyphen dieser Götter dargestellt, die sich bezeichnenderweise zu einem Gesicht aus zwei Augen zusammensetzen lassen. Deshalb verstehe ich sie auch als unsere Körperhälften symbolisierend, was noch durch weitere, im Folgenden hergestelte Zusammenhänge unterstützt wird.

Djet und Neheh
Zeitbegriffe der altägyptischen Mythologie

Anders als wir, die wir im wesentlichen nur einen Zeitbegriff kennen, kennt die altägyptische Mythologie zwei Zeitbegriffe: Dies ist zum einen die historische und abgeschlossene Zeit Djet (gesprochen ›Dschet‹), der ewige und vollendete Lauf der Dinge; zum anderen die rituelle Zeit der Erneuerung Neheh (›Nechech‹), die Zeit der »ewigen Wiederkehr des Gleichen«, des Sich-Wiederholens.

Im Verständnis der altägyptischen Mythologie stehen beide Zeitbegriffe mit der Ewigkeit in Zusammenhang und sind daher eher als sakral zu sehen.

Transformation – Stabilisation und latente Zerstörung im Zusammenhang
Djet und Neheh dynamisch interpretiert

Ich möchte Djet und Neheh nun aus ihrer sakralen Erstarrung lösen und sie dynamisch strukturell interpretieren. Auf diese Weise bekommen sie für unser Leben und unsere Wissenschaft sehr interessante naturphilosophische Fascetten:

Djet und Neheh sollen hierbei für zwei sich ergänzende Aspekte der Veränderung der Dinge stehen. Da die Veränderung der Dinge nichts anderes als der Lauf der Zeit bedeutet, handelt es sich um zwei ergänzende Aspekte der Zeit. Genauer gesagt steht die Djet-Zeit dabei für die geradlinige Bewegung der Bestandteile in den Dingen. Die Nehen-Zeit steht dann für die kreisförmige Bewegung der Bestandteile in den Dingen, für deren Rotation.

Dabei unterstelle ich, dass die Bestandteile der Dinge im extrem Kleinen immer in Bewegung sind.

»Panta rhei«Alles fließt!

Im heutigen kulturellen Kontext entspricht Djet-Zeit einem geraden Zeitstrahl und Neheh-Zeit finden wir in den rotierenden Zeigern einer Uhr wieder. In der modernen Physik steckt letztere auch im Gedankenexperiment von Einsteins Lichtuhr, als Zyklus der Lichtspiegelung.

Wir differenzieren heute beides aber nicht als zwei strukturell unterschiedliche Aspekte der Zeit, sondern sehen sie als gleichbedeutende Darstellungen an.

Die Djet- und die Neheh-Zeit ergänzen sich
Beide zusammen sind ein dualistisches Prinzip

Der Dualismus, das sich ergänzende Zusammenspiel, der Djet- und der Neheh-Zeit ist strukturell folgendermaßen zu verstehen: Die Dinge können nur stabil sein, wenn sich ihre Bestandteile in ihnen im Kreis bewegen. Bewegen sich die Bestandteile in den Dingen geradlinig in verschiedene Richtungen, so werden die Dinge zerstört. Eine Kombination von beidem wird die Dinge transformieren.

Unser Sonnensystem zum Beispiel ist stabil, weil alle Dinge in ihm kreisen und rotieren. Würden sich die Planeten geradliniger bewegen, würden sie davon fliegen oder in die Sonne stürzen.

Auf der physikalischen Ebene der Elementarteilchen, steht die Bewegung des Lichts für die Zeit der Relativitätstheorie, unsere eigene Alterung und für die unserer Welt. Dabei trägt die Alterung als Lichtbewegung im freien Raum ihren Djet-Aspekt und als Bewegung lichtähnlicher Strukturen in den Elementarteilchen der Materie ihren Neheh-Aspekt als Spin. Die Bewegung des freien Lichts und der lichtähnlichen Strukturen der Elementarteilchen der Materie trägt in sich einen weiteren, darin verschachtelten Neheh-Aspekt, der den quantenmechanischen Schwingungen der Elementarteilchen entspricht. Diese Perspektive führt zur fraktalen Quanten-Fluss-Theorie.

Yin und Yang der Körper-Seele-Existenz
Abbildung 3: Das transzendente Symbol für das Naturphilosophie-Yoga: Yin und Yang der Körper-Seele-Existenz als Dualismus von Djet und Neheh.

Yin-Yang-Prinzip des Djet-Neheh-Dualismus
In sich verschachteltes Prinzip von männlich und weiblich

So gesehen handelt es sich hier um ein Yin-Yang-Prinzip. Es handelt sich um eine Balance der Fortentwicklung, also um eine Balance zwischen der Stabilität und der latenten Zerstörung der Dinge, also um ihre Transformation.

Es geht um ein Prinzip des Zusammenhangs der Bestandteile der Dinge, das die Dinge erschafft, verändert oder „vernichtet“. So geht es um nicht weniger als das Schicksal der Dinge und der Welt. Und es stellt sich heraus, dass der dynamische Zusammenhang ihrer Bestandteile das Verhalten und die Interaktion der Dinge bestimmt und sie dadurch beseelt.

Es ist ein in sich verschachteltes, selbstähnliches Prinzip, eine Holarchie: Denn auch die Bestandteile der Dinge haben hiernach immer wieder Bestandteile. Und auch die Dinge sind immer Bestandteile von Dingen.

Sehen wir die Erschaffung, Veränderung und Zerstörung der Dinge als ein eher aktives, männliches Prinzip, so entspricht dies der Djet-Zeit. Sehen wir die Stabilität der Dinge als ein eher passives, weibliches Prinzip der Bewahrung und Geborgenheit, so entspricht dies der Neheh-Zeit. Beides siehe .

Das Hexagramm
Abbildung 4 New window: Das Hexagramm ist ein uraltes Symbol, dass im hinduistischen Tantra dafür steht, dass Gott alles umfasst, auch das Männliche und das Weibliche. Insofern ist es ein Symbol der Balance der Pole der Welt oder des Universums.

Yin-Yang-Prinzip des Shiva-Shakti

In diesem alten Symbol des hinduistischen Tantra ist das polare Prinzip von männlich und weiblich, die Pole des Universums, in zwei in sich verschlungenen Dreiecken dargestellt.(Verweis) Die Verschlungenheit steht für die Untrennbarkeit jeder Polarität.

In der Hermetik steht dieses Symbol für die Alchemie des Steins der Weisen und dessen Prinzip löse und verbinde — ›solve et coagula‹.(Verweis) Das nach oben zeigende Dreieck steht für die Sonne sowie das männliche Prinzip, für Shiva, für lösen – solve –, ist also gleichbedeutend mit dem auflösenden, zerstörerischen Aspekt des Djet. Das nach unten zeigende Dreieck steht für den Mond sowie das weibliche Prinzp, für Shakti, die Frau von Shiva, für verbinde – coagula, ist also gleichbedeutend mit Neheh.

Ich finde es schon sehr interessant, dass wir die Symbolik dieser Pole auf unterschiedliche Art und Weise an vielen bedeutenden Stellen wiederfinden. So ist das Symbol des Hexagramms unter anderem auch ins Judentum übergegangen.

Brahma, Vishnu und Shiva
Djet- und Neheh-Zeit im Hinduismus

Die Trimurti, die Götter Brahma, Vishnu und Shiva, bilden im Hinduismus eine Dreifaltigkeit des Schicksals. Diese Dreifaltigkeit des Schicksals steht auch mit dem Djet-Neheh-Dualismus in Verbindung:

Brahma, der Gott der Schöpfung, bringt die Bestandteile mit der geradlinigen Bewegung der Djet-Zeit zu neuen Dingen zusammen. Vishnu erhält die Dinge mit der kreisförmig rotierenden Bewegung ihrer Bestandteile der Neheh-Zeit. Und Shiva transformiert oder zerstört die Dinge mit seiner Kombination aus Djet- und Neheh-Zeit oder mit seiner rein geradlinigen Bewegung der Djet-Zeit.

Fühlen und Handeln
Djet und Neheh im Achtsamkeitsprozess

Unser Fühlen und Handeln bestimmt ganz wesentlich unser Leben, unser Schicksal. Nach dem ›Spannungsspiel des Lebens‹ steht unser Fühlen und Handeln durch den Achtsamkeitsprozess miteinander und mit unserem Gedeihen, also unserer Reife, unserer Persönlichkeitsentwicklung und unserem Lernprozess, im Zusammenhang.

Unser Achtsamkeitsprozess regelt unsere Fortentwicklung, auf Basis unserer Stabilität und unsere Stabilität auf Basis unserer Fortentwicklung. Er balanciert unsere Veränderung und unsere Stabilität aus und bringt damit die Djet- und Neheh-Zeit in unser Leben.

Unsere Gesichtshälften und der Achtsamkeitsprozess
Fühlen und Handeln in unseren Gehirnhälften

In unseren Gehirnhälften ist die bevorzugte Zuständigkeit für das Fühlen und Handeln auf beide Seiten ungleich verteilt. Bei den meisten Menschen ist die Verarbeitung des Handelns eher in ihrer linken Gehirnhälfte angesiedelt, während die Verarbeitung der Gefühle eher rechts zu finden ist.

Weil unsere Gehirnhälften ganz überwiegend die jeweils andere Seite unseres Körpers fühlen und steuern, ist bei den meisten Menschen die rechte Gesichts- und Körperhäfte eher mit unseren Handlungen und die linke mit unseren Gefühlen verbunden. So komm die Djet- und die Neheh-Zeit als Asymmetrie in unser Gehirn, unseren Körper und damit auch in unser Gesicht.

Die Mehrheit der Menschen entsprechen somit dem oben dargestellten Gesicht aus den Hieroglyphen des Ra und des Horus (siehe und ). Aber natürlich gibt es dabei auch etliche Menschen, bei denen sich dies etwas anders oder gar umgekehrt verhält.

Die erklärten Zusammenhänge sind sicherlich kein Zufall. Sie spiegeln sich in den alten Lebensweisheiten der Menschheit wider, die sich in ihren Mythen und Religionen ausdrücken. Und wir finden bemerkenswerte Verbindungen zu diesen Lebensweisheiten schließlich in unserer heutigen Wissenschaft wieder, wenn wir plausible und nützliche Modelle, wie den Achtsamkeitsprozess, zur Erklärung der Zusammenhänge heranziehen.

Hier wird die Perspektive einer neuen Biophysik eingenommen, die die Frage ›Was ist Leben?‹ aus einer neuen, auf der Existenzfrage beruhenden Physik beantwortet. Diese neue Physik schließt das Leben mit ein, indem sie auch die Existenz von Elementarteilchen auf der Grundlage von selbstorganisierten Regelprozessen annimmt.

Unsere Balance der Körperhälften und die Gesichtsspiegelung

Der Zustand und Ausdruck unserer Körperhälften wird demnach ganz entscheidend von unserem Gehirn, genauer von der Spezialisierung unserer Gehirnhälften, geprägt. So auch unser Gesichtsausdruck, in dem die Unterschiede facettenreich sichtbar sind.

Unser Gesichtsausdruck ist, neben unserer Körpersprache und unserer Stimme, der Inbegriff unserer Psyche. Es ist also kein Wunder, wenn sich in unserem Gesicht die Balance unseres Achtsamkeitsprozesses ausdrückt. Denn unsere Psyche steht für das mit unserem Achtsamkeitsprozess zutiefst verknüpfte Erleben und Verhalten, Fühlen und Handeln.

Am besten macht die Gesichtsspiegelung die Unterschiede zwischen unseren beiden Gesichtshälften sichtbar. Und mit ihr bekommen wir dann auch eine Ahnung von der Balance oder der Imbalance zwischen unseren Gesichts- und Körperhälften.

Zum Beispiel hat sich Bilbo Calvez künstlerisch ernsthaft mit der Gegenüberstellung von doppellinken und doppelrechten Gesichtern auseinandergesetzt und dazu auch Gespräche und Interviews geführt.

Was sagt uns die Balance unserer Körperhälften?

Wenn unser Achtsamkeitsprozess nicht rund läuft, dann ist der zentrale Regelprozess unseres Lebens aus dem Lot. Dies hat einen massiven Einfluss auf unser Wohlgefühl und Wohlbefinden. Unser Wohlgefühl und Wohlbefinden ist direkt mit unserem Schicksal verbunden. Denn genau daran machen wir fest, ob wir ein gutes und erfülltes Leben leben oder ein nicht so gutes und unerfüllteres.

Unser Fühlen und Handeln sind aus der Balance. Nochmehr dazu auch weiter unten.

Warum ist eine Imbalance zwischen Fühlen und Handeln ein Problem?

Fühlen wir überwiegend, nehmen wir zu viel oder zu konzentriert wahr, und kommen dadurch nicht ins Handeln, dann kommt unser Leben aus der Balance. Denn wir müssen auch Handeln, um für uns zu sorgen.

Handeln wir überwiegend, sind im Aktionismus verhaftet, und kommen darüber nicht dazu uns zu orientieren, ist es ebenso. Dann haben wir zu wenig Orientierung.

Ohne Handlung finden wir allerdings auch keine gute Orientierung und ohne Orientierung finden wir auch nicht die richtige Handlung.

Lernen ist wichtig

Lernen wir etwas darüber, wer wir sind und wie wir „funktionieren“, können wir uns in Bezug auf unser Schicksal besser selber helfen und helfen lassen. Dazu gehört auch die hier geschilderten Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Gesichtsspiegelung kann dabei zum Beispiel eine zusätzliche und sehr persönliche Hilfestellung sein.

Sie kann auch unser Verständnis davon befördern, was in uns nicht rund läuft, und uns erkennen helfen, dass wir sind – ein linkes und ein rechtes Wesen – die tatsächlich unterschiedliche Präferenzen haben und aus etwas unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt gucken.

Wie es uns geht, hängt entscheidend mit unseren inneren und äußeren Standpunkten und deren Perspektiven zusammen, lehrt uns die Philosophie.(Verweis, Albert Kitzler, Denken heilt!) Und das Spiel unserer Perspektivwechsel ist mit unseren Entscheidungen und darüber mit unserer Psychosomatik verknüpft.

Wie Yoga helfen kann

Was ist Yoga? Yoga ist eine der möglichen Wege uns zu verändern und in eine Persönlichkeitsentwicklung zu gehen. Es kann beispielsweise unseren Achtsamkeitsprozess justieren, uns Dinge bewusst machen und lehren; über uns selber, über andere, über die Welt in der wir leben.

Damit ist verbunden, dass Hatha Yoga die Balance zwischen unseren Körperhälften verbessern kann. So wird das alte Wissen des Yoga – der Veda –, des Tantra, der Mythologien und der Philosophie verständlicher und kommt zur Anwendung.

Leben des Horus mit Asklepiosstab
Abbildung 5 New window: Abbild des Lebens, das in vergleichbarer Form in altägyptischen Darstellungen zu finden ist. Hier in einer von mir modernisierten Variante mit Äskulap- oder Asklepiosstab, um einen Bezug zur heutigen Medizin, und auch zum Kundalini-Prozess des Tantra und Yoga, herzustellen. Lizenz: Eye of Horus
Leben des Horus mit Hermesstab
Abbildung 6 New window: Abbild des Lebens, das sehr ähnlich in altägyptischen Darstellungen zu finden ist. Hier mit Hermesstab, im näherem Bezug zum Achtsamkeitsprozess mit zwei Schlangen, wie auch im alten Ägypten. Die beiden Schlangen stellen hier das Gefühl und die Handlung, das (Wahr-)Nehmen/Empfangen und das Geben/Senden des Achtsamkeitsprozesses dar. Lizenz: Eye of Horus

Was ist unser Leben?
Die ägyptische Mythologie vom ewigen Leben gleicht sehr dem Kundalini-Prozess des Hatha-Yoga und spiegelt den Achtsamkeitsprozess wider

Auch die alten Ägypter wussten offenbar sehr gut, wie unser Leben funktioniert.

Die zeigt, wie sie sich das Leben ungefähr vorstellten. Sehr ähnliche Darstellungen des Lebens sind auf Wänden ihrer Tempel zu finden.(Verweis) Diese Vorstellung hat offenbar wesentliche Gemeinsamkeiten mit denen des Hatha und Kundalini Yoga. Und meine Erkenntnisse aus dem ›Spannungsspiel des Lebens‹ werfen ein differenziertes Licht aus einer modernen Perspektive auf das Geschehen.

Demnach steht das Auge des Kindes, das mittlere oder dritte Auge des Horus, für das Leben und Erleben selber, das eigene Werden, die Lebenserfahrung, Weisheit und die Wissensvermittlung. Es steht in meinen Augen auch für das, was uns alle miteinander in unseren Gefühlen und Handlungen geistig und seelisch verbindet. So steht es auch für den Ort, an dem wir emotional und aktiv im Zusammnhang leben, für die Erde. Das dritte Auge sympolisiert hier auch den unser Leben stabilisierenden und unsere Entwicklung organisierenden Achtsamkeitsprozess.

Das Ei der Metamorphose symbolisiert unsere Basis, aus der heraus wir hervorgehen, die Einheit aus der die Kundalini-Schlange(n) schlüpf(t/en) und in uns aufsteig(t/en), wenn wir uns entwickeln. Es steht für unsere Geburt, für Selbstsicherheit und das Bedürfnis nach tiefer Geborgenheit und Schutz sowie für unsere Fruchtbarkeit und Sexualität.

Das emotionale Auge und das handelnde Auge des Horus (letzteres auch als Auge des Ra bezeichnet) bilden zwei Pole unseres Lebens, die aufeinander aufpassen und sich helfen. Sie lernen einander gegenseitig kennen, sich zu beschützen und sind damit zwei sich ergänzende und dabei entwickelnde Facetten des Kindes. In werden die beiden Pole Fühlen und Handeln durch zwei separate Schlangen dargestellt, die einander achtsam beäugen. Die beiden Pole verkörpern auch tendenzen unserer Geschlechter weiblich und männlich.

Das linke, heilende Auge des Horus wacht über unser Leben, durch seine Wahrnehmung und ihre gefühlsmäßige Bewertung. Es schaut nach der jetzigen Situation und blickt mit Hilfe des handelnden Denkens in die Vergangenheit und die vermeintliche Zukunft. So stößt es lernende Entwicklung und Heilung an, wenn notwendig. Das handelnde Auge hilft, die lernende Entwicklung und Heilung mit Hilfe der Gefühle des heilenden Auges und des erlernten Wissens und der Weisheit des Dritten Auges zu vollziehen. Heilung heißt insofern Veränderung im Sinne einer lernenden Entwicklung.

Die lernende Entwicklung und Heilung ist nichts anderes als der Kundalini-Prozess, der die Schlange der Weisheit in unserem Schoß erweckt, schlüpfen und in uns aufsteigen lässt. Dabei passiert und stimmuliert die Schlange schwingend all unsere Chakras, bis sie im Kronen-Chakra angekommen ist und uns mit Weisheit erleuchtet.

Zwischen der Basis des Eis der Methamorphose und über das dritte Auge bis ins Kronen-Chakra vollzieht sich die immerwährende, auf und ab schwingende Atmung. Die Atmung schwingt zwischen diesen beiden Polen und vermittelt zwischen ihnen, aktiviert dabei alle Chakras und hilft der/den Schlange(n) aufzusteigen. Das Ei symbolisiert die vollständige Ausatmung, während das dritte Auge für die vollständige Einatmung steht. Die um den Äskulap- oder Asklepiosstab gewickelte heilende Schlange (siehe ) verdeutlicht die stolze und gesunde Erektion unseres Körpers und unserer Seele. Die Schlange steht dabei mit dem heilenden Auge des Horus in Blickkontakt.

Alles gemeinsam stellt einen Zusammenhang in uns und zwischen uns allen her, womit unsere Seele entsteht und unser Leben einen zunehmend emotional zusammenhängenden Sinn für uns ergibt und uns glücklicher macht.

Hermesstab
Abbildung 7 New window: Der Hermesstab mit seinen Flügeln steht für Heilung, Weisheit, und wie ich vermute für Erleuchtung und die Beflügelung der Seele und des Geistes durch ein polares Yin-Yang-Prinzip. Im Hermes Trismegistos kommt durch die Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot auch das Wissen und die Philosophie in seine Bedeutung.

Warum zwei Schlangen anstatt einer?
Eine Bewusstmachung gegenwärtiger Imbalance

Der Achtsamkeitsprozess ist vordergründig ein Spiel zweier Pole. Unseres Gefühls und unserer Handlungen, unseres Erlebens und Verhaltens, unserer Wahrnehmung und unserer Aktion.

Also zum einen der wahrnehmende, empfangende Pol: Information kommt von uns oder von anderen zu uns – von innen oder von außen.

Und zum anderen der handelnde, gebende, sendende Pol: Information kommt von uns zu uns oder zu anderen – von innen nach innen oder nach außen.

Das Prozesshafte besteht nicht „nur“ darin, das die Schlange symbolisch aus unserem Schoß aufsteigt und dabei die Chakras aktiviert, im Sinne des Kundalini-Prozesses. In meinen Augen ist es auch wichtig uns bewusst zu machen, dass es sich dabei um die beiden genannten Pole handelt, die sich klug umspielen (müssen). Jede Schlange für sich alleine, kann den Aufstieg nicht schaffen. Was ist eine kluge Emotionalität ohne kluge Handlung, die daraus folgt? Was eine kluge Handlung, der kein kluges Gefühl folgt?

Und genau diese Prozess-Balance zwischen den beiden Polen ist entscheidend. Sie drückt sich in unseren Körperhälften und besonders in unseren Gesichtshälften aus, durch die latente Spezialisierung unserer Gehirnhälften.

Zwei Schlangen werden in ihrer Symbolik unserer Bewusstmachung dieser notwendigen Balance gerechter. Dass wir uns dieser Pole und ihrer Balance bewusster werden sollten liegt auch daran, dass in unserer gegenwärtigen Kultur eine Imbalance diesbezüglich besteht. Denn die Bedeutung der Handlung, auch in Form des Materialismus und Realismus, im Verhältnis zum Gefühl, dem Transzendentalen und Irrationalen, wird, nach meinem Eindruck, stark überbetont.

Der Hermesstab (siehe ) trifft die Betonung der Wichtigkeit der Balance symbolisch also besser. Insbesondere die Hermetik des Hermes Trismegistos handelt von Heilung, Weisheit, Wissen und Philosophie und passt in mancher Hinsicht erstaunlich gut zu der hier entwickelten Naturphilosophie. Der Hermes Trismegistos entstand wohl durch die Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot und umfasst so auch das Wissen und die Philosophie.

Hermes Trismegistos ist eine sehr interessante Gestalt! Das Motiv der Flügel ist in unserer Geschichte an erstaunlich vielen Stellen aufgetaucht. Wir finden sie an den Helmen der Römer und vieler anderer Kulturen, ähnlich wie Hörner. Engel tragen Flügel, wie auch viele Teufel und Dämonen. Drachen können auch als Schlangen, oder als Reptilien allgemein, mit Flügeln verstanden werden. Die Bedeutung dieser und ähnlicher Schlangen und von Flügeln oder Hörnern geht offenbar Jahrtausende zurück in die Urzeiten und Mythen unserer Ahnen.

Angeblicher Gegensatz zwischen Gefühl und Verstand
Kein Verstand ohne Gefühl

Auch unsere momentane kulturelle Überbetohnung des Rationalen in Form unseres Verstandes als angeblicher Gegensatz zum Emotionalen, zum Gefühl, kann im Licht des Modells des Achtsamkeitsprozesses differenzierter verstanden und zurechtgerückt werden.

Es gibt demnach kein Verstand ohne Gefühl: Denn nach dem Achtsamkeitsprozess besteht unser Verstand aus unserem Denken als Handlung und den Gefühlen, die wir zu unseren Gedanken haben.

Dem:

» Ich denke, also bin ich. «

… von René Descartes wird also ein:

Ich fühle und handle, also bin ich.

… vorangestellt und dadurch die Balance wieder hergestellt.

Die Vedanta sagt (angeblich), wie ich finde sehr passend, dazu:

» Der Verstand ist ein guter Diener, aber ein schlechter Meister. «

→  


Wir sind zwei verwobene Wesen

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In Arbeit …

←  

XXX

XXX zwei Perspektiven XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX

In Arbeit … XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX

→  

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Herstellung der Balance

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In Arbeit …

←  

Schonhaltung der Atmung

XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX

Entscheidungskampf erzeugt Verspannungen

XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX

Intensive Atemspannung löst Verspannungen der Gliedmaßen

XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX

In Arbeit … XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX XXX

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Fußnoten

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1. Vgl. Yogawiki, Hatha.
2. Yogawiki, Hatha.
3. Vgl. Yogawiki, Hatha.
4. Assmann, »Zeit und Geschichte in frühen Kulturen«, 2. Zyklische und lineare Zeit: Die altägyptische Lehre der „zwei Ewigkeiten“, S. 496–507, hier S. 496.
5. Vgl. Assmann, »Zeit und Geschichte in frühen Kulturen«, 2. Zyklische und lineare Zeit: Die altägyptische Lehre der „zwei Ewigkeiten“, hier S. 496–507.
Sekundärliteratur:
Vgl. Assmann, »Die zwei Gesichter der Zeit: Neheh und Djet«.
6. (Primärliteratur einfügen! Z.B. Selleri, Die Einstein. und lorentz. Interpret. der RT, S. XXX.)
Internet:
Vgl. Pössel, »Von der Lichtuhr zur Zeitdilatation«.
Vgl. Wikipedia, Zeitdilatation, Zeitdilatation durch relative Bewegung, Lichtuhr.
7. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Yin und Yang.
8. Internet:
Vgl. Wikipedia, Holon.
9. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Hermetik.
10. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Trimurti.
11. Internet:
Vgl. Wikipedia, Lateralisation des Gehirns.
12. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Äskulapstab.
13. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Hermesstab.
14. (Primärliteratur einfügen!)
Internet:
Vgl. Wikipedia, Hermes Trismegistos.
15. Internet:
Vgl. Wikipedia, Thot.
16. Internet:
Wikipedia, Cogito ergo sum.
17. Die genaue Herkunft des angeblichen Zitats aus der Vedanta, dass ich an verschiedenen Stellen gefunden habe, konnte ich bisher nicht klären. Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar!
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Stand 03. Oktober 2020, 20:00 CET.


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